Sie sind Opfer einer (Sexual-)Straftat geworden?

 

Es erübrigt sich zu sagen, dass der Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung, wie sexueller Missbrauch, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung für das Opfer – neben den körperlichen Beeinträchtigungen – mit erheblichen psychischen Belastungen einhergeht, die das gesamte weitere Leben nachhaltig negativ beeinflussen können.

 

Das Opfer fühlt sich erniedrigt, geschunden und vielfach mit der Situation überfordert und allein gelassen.

 

Wie verhalte ich mich richtig, wenn ich Opfer eines Sexualdeliktes geworden bin?

 

In kaum einem anderen strafrechtlichen Bereich ist die Beweissicherung von so hoher Bedeutung wie im Sexualstrafrecht. Der Grund dafür ist letztlich einfach – in kaum einem anderen Bereich ist eine „Aussage gegen Aussage – Situation“ häufiger anzutreffen als im Bereich der Sexualdelikte. In den wenigsten Fällen wird es unmittelbare Zeugen geben, die die Aussage der/des Geschädigten bestätigen können.

 

Deswegen gilt es möglichst, so unerträglich Ihnen dies auch gerade erscheinen mag,

  • Begeben Sie sich in ärztliche/gynäkologische Untersuchung, lassen Sie sich sämtliche durch die Tat hervorgerufenen Verletzungen attestieren
  • Bewahren Sie Kleidungsstücke, insbesondere Unterwäsche, aber auch Bettwäsche auf.
  • Sichern Sie so mögliche Spuren der Tat und waschen diese Textilien in keinem Fall.

Lassen Sie, so schwer Ihnen dies auch gerade erscheinen mag, keine Chance verstreichen, an der Aufklärung der Tat mitzuwirken.

 

Soll ich die Tat zur Anzeige bringen?

 

Diese Frage stellen sich Opfer eines Sexualdeliktes immer wieder. Ein Grund dafür mag die eigene Angst sein, dass einem möglicherweise nicht geglaubt wird. Eine weitere Rolle mag auch spielen, dass das Opfer im Rahmen der eigenen Vernehmung erneut mit der Tat konfrontiert wird und über höchst sensible und intime Geschehnisse berichten muss.

 

Dies sollte m.E. dennoch keinen Grund darstellen, von einer Anzeige abzusehen. Dies gilt im Übrigen auch für den Fall, dass Sie die oben genannte Art der möglichen Beweissicherung versäumt haben. Die Ahndung der Tat mag dadurch schwieriger, aber keinesfalls aussichtslos erscheinen.

 

Denn: Sie sind nicht allein!!!

 

Als Opfer einer Sexualstraftat haben Sie die Möglichkeit – neben professionellen Beratungsstellen – anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese müssen Sie in vielen Fällen nicht selber bezahlen, vielmehr erfolgt die anwaltliche Vertretung auf Staatskosten.

 

Sie haben auch die Möglichkeit, sich im Rahmen der Nebenklage aktiv an dem Strafverfahren zu beteiligen.

 

Nebenklage – wie genau funktioniert das?

 

Der durch ein Sexualdelikt (§ 174 - §182 StGB) Verletzte kann sich der öffentlichen Klage der Staatsanwaltschaft anschließen und somit aktiv am Strafverfahren teilnehmen. Der Nebenkläger genießt eine ganze Zahl von Rechten, die dem einfachen Zeugen nicht zustehen.

 

Ich möchte mich im Rahmen der Nebenklage durch einen Anwalt vertreten lassen, verfüge aber nicht über die finanziellen Mittel, um einen Anwalt zu bezahlen…

 

Sie müssen Ihren Anwalt in bestimmten Fällen nicht selber zahlen.

Im Rahmen der Sexualdelikte ist dem Nebenkläger auf seinen Antrag ein Rechtsanwalt als Beistand zu bestellen („Opferanwalt auf Staatskosten“), wenn er durch ein Verbrechen nach

  • § 176a StGB, Schwerer sexueller Missbrauch von Kindern
  • § 177 StGB, Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung
  • § 179 StGB, Sexueller Missbrauch widerstandsunfähiger Personen
  • § 232 StGB, Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung
  • § 233 StGB, Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft

verletzt ist, oder

 

durch eine rechtswidrige Tat nach den §§ 174 bis 182 StGB, namentlich

  • § 174 StBG, Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen
  • § 174a StGB Sexueller Missbrauch von Gefangenen, behördlich Verwahrten oder Kranken und Hilfsbedürftigen in Einrichtungen
  • § 174 b StGB, Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung einer Amtsstellung
  • § 174 c StGB, Sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs,- Behandlungs,-oder Betreuungsverhältnisses
  • § 176 StGB, Sexueller Missbrauch von Kindern
  • § 180 StGB, Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger
  • § 180 a StGB, Ausbeutung von Prostituierten
  • § 181a StGB, Zuhälterei
  • § 182 StGB, sexueller Missbrauch von Jugendlichen

verletzt ist und er bei Antragstellung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder seine Interessen selbst nicht ausreichend wahrnehmen kann.

 

Ihnen ist dringend zu raten, sich durch einen auf dem Gebiet des Strafrechts tätigen Rechtsanwalt vertreten zu lassen. Dann können Sie sich sicher sein, dass Ihr Anwalt die Strategien des gegnerischen Verteidigers frühzeitig einschätzen und Sie darauf vorbereiten kann.

 

Im Zweifel ist davon auszugehen, dass der Ausgang des Verfahrens allein davon abhängt, ob das Gericht Ihnen Glauben schenkt. Daher wird der Verteidiger versuchen, Ihre Aussage in Zweifel zu ziehen. Dieses Vorgehen kann mitunter sehr belastend sein. Holen Sie sich deshalb einen erfahrenen Strafrechtler an Ihre Seite, um für die erforderliche Waffengleichheit zu sorgen.

 

Kontaktieren Sie mich zu diesem Zwecke und besprechen Sie mit mir das weitere Vorgehen.

 



Rechtsanwältin Schuster vertritt Mandanten im gesamten Ruhrgebiet, insbesondere in den Städten Essen, Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hattingen, Oberhausen,

aber auch darüber hinaus, zB. in den Städten Bonn, Düsseldorf, Köln, Münster u.a.



 

LINA ANNA SCHUSTER

Rechtsanwältin.

Fachanwältin für Strafrecht

Hufelandstraße 1, 45147 Essen

 

Bürozeiten

Mo-Do. 10:00 Uhr bis 13.00 Uhr und

14:00 Uhr bis 17.00 Uhr

Fr. 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr

 

T  0201 / 55 87 43 44

0201 / 55 87 43 45

M 0176 / 64 97 75 02

E info@rain-linaschuster.de

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Lina Anna Schuster Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht