Bewährung 

Der Begriff "BEWÄHRUNG" ist allgemein bekannt. Wird eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt, muss der Betroffene nicht in Haft. Das ist der Grund, warum eine Bewährung oft als Freispruch aufgefasst wird. Diese falsche Einschätzung kann gefährlich werden. Die mit der Bewährung aufgezeigte "Warnung" sollte der Verurteilte im eigenen Interesse immer im Auge behalten.  

Wann eine Bewährung überhaupt in Betracht kommt und was sie für den Betroffenen bedeutet, ist oft unklar. Eine Bewährungsstrafe kommt überhaupt nur bei Freiheitsstrafen in Betracht, die zwei Jahre nicht überschreiten. In diesem Fall prüft das Gericht, ob die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.  

 

Voraussetzung dafür ist das Vorliegen einer sog. positiven Sozialprognose. Diese liegt dann vor, wenn zu erwarten ist, dass der Verurteilte sich schon die Verurteilung als Warnung dienen lassen und künftig auch ohne die Einwirkung des Strafvollzugs keine Straftaten mehr behgehen wird. 

 

Dazu findet eine Gesamtwürdigung anhand folgender Punkte statt: 

 

- Persönlichkeit des Täters und sein Vorleben

- Umstände der Tat und sog. Nachtatverhalten 

- Lebensverhältnisse und Folgen des Vollzuges oder Nichtvollzuges der Freiheitsstrafe. 

 

Bei Tätern, die zum ersten Mal zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werden, fällt die Sozialprognose oft günstig aus. Ist der Täter hingegen schon in der Vergangenheit zu Bewährungsstrafen verurteilt worden oder hat die Straftat sogar während laufender Bewährung begangen, sind schon besondere Umstände erforderlich, um von einer positven Sozialprognose sprechen zu können. 

 

Hinweise für eine posive Sozialprognose können u.s. sein: 

- Keine strafrechtliche Vorbelastung oder erstmalige Verhängung einer Freiheitsstrafe 

- Geordnete Lebensverhältnisse, insbesondere stabile soziale und familiäre Bindungen, fester Arbeitsplatz 

- Der Beginn einer zB. Drogentherapie oder Anti-Aggressions-Training

- Längeres straffreies Leben nach Tatbegehung

- Bemühungen der Schadenswiedergutmachung 

 

Gegen eine positive Sozialprognose können u.a. sprechen: 

- Strafrechtliche Vorbelastungen, vorallem "einschlägige"

- Hohe Rückfallgeschwindigkeit und Begehung weiterer Taten nach der angeklagten Tat

- kein fester Wohnsitz 

- Bewährungsversagen, also Tatbegehung während noch laufender Bewährungszeit. 

 

Bei Freiheitsstrafen von mehr als 1 jahr müssen zusätzlich besondere Umstände vorliegen, die eine Strafaussetzung rechtfertigen. 

 

Es versteht sich eigentlich von selbst, dass während laufender Bewährungszeit (2-5 Jahre in der regel auf 3 Jahre festgesetzt) keine neuen Straftaten hinzukommen dürfen, ansonsten droht der Bewährungswiderruf und die Strafe wird vollstreckt. Der Widerruf droht auch, wenn gegen Bewährungsauflagen verstoßen wird. 

 

Insofern sollte die Bewährung immer als Chance - nicht jedoch als Freifahrtschein verstanden werden!! 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

LINA ANNA SCHUSTER

Rechtsanwältin.

Fachanwältin für Strafrecht

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© Lina Anna Schuster Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht