Festnahme

Es versteht sich von selbst, dass die eigene Festnahme/Verhaftung für den Betroffenen, der in vielen Fällen hiervon völlig überrascht wird, die schlimmste aller denkbaren Maßnahmen darstellt. Von jetzt auf gleich scheint das ganze Leben Kopf zu stehen. Zurück bleiben nicht selten fassungslose Angehörige, Partner oder Bekannte, für die die Situation sich nicht weniger belastend darstellt.

 

Die Erfahrung zeigt, dass der Betroffene in vielen Fällen auf Grund dieser „Überrumpelungssituation“ nicht fähig ist, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Die Wenigsten haben sich bereits gedanklich auf die Möglichkeit einer Festnahme vorbereitet und einen Plan für den „Ernstfall“ zurechtgelegt. Sind Sie Angehöriger oder Partner der festgenommenen Person, dann ist es nun Ihre Aufgabe einen entsprechenden „Notfallplan“ schnellstmöglich zu entwickeln, um die Schäden möglichst gering zu halten.

 

Dazu gehört als allererstes:

 

Behalten Sie einen klaren Kopf. Ihr Angehöriger ist dringend auf Ihre Hilfe angewiesen. Stellen Sie Ihre eigenen Emotionen zurück und versuchen Sie den Überblick über die Situation zu behalten.

 

Sollte Ihr Angehöriger/Partner sich noch nicht um einen Rechtsbeistand bemüht haben, übernehmen Sie diese Aufgabe unbedingt und schnellstmöglich. In dieser Situation gilt es keine wertvolle Zeit zu verlieren und eine effektive Verteidigung sicherzustellen. Nicht selten neigen Betroffene dazu, sich unter dem Druck der Festnahme zu vorschnellen Äußerungen und Einlassungen zur Sache hinreißen zu lassen. Hiervon ist in jedem Fall abzuraten. Stattdessen sollte eine frühzeitige Kontaktaufnahme zu einem Verteidiger hergestellt werden.

 

Kontaktieren Sie mich zu diesem Zwecke jederzeit mobil unter der Notfallrufnummer: 0176/64977502.

 

Ich werde Ihren Partner/Freund sodann umgehend aufsuchen und mit ihm über den Tatvorwurf und das weitere Vorgehen sprechen.

 

Sollte es nach der vorläufigen Festnahme durch die Polizei nicht zur Freilassung des Beschuldigten kommen (spätestens nach 48 Stunden) werde ich den Beschuldigten zum Vorführungstermin vor dem Richter begleiten und auf eine Freilassung hinwirken. Der Richter ordnet entweder die Freilassung an, erlässt (auf Antrag der StA) einen Haftbefehl oder ordnet die vorläufige Unterbringung an.

 

Möglich ist natürlich auch, dass der Betroffene festgenommen wurde, weil ein Haftbefehl bereits in der Welt war. Dem Beschuldigten ist der Haftbefehl dann unverzüglich bekannt zu machen und er
ist spätestens am Tag nach seiner Ergreifung dem zuständigen Haftrichter vorzuführen.

 

Sollte gegen den Betroffenen die Untersuchungshaft angeordnet worden sein, stehen ihm folgende Rechtsmittel gegen den Haftbefehl und seine Vollstreckung zur Verfügung:

  • Haftprüfung
  • Haftbeschwerde
  • Antrag auf Aufhebung oder Außervollzugsetzung
    des Haftbefehls

Ich werde mit dem Betroffenen die verschiedenen Möglichkeiten besprechen und versuchen, entsprechend schnell auf seine Freilassung hinzuwirken.

 

Wozu dient die Untersuchungshaft?

Die Untersuchungshaft dient – wie sich nicht direkt aus deren Namen ergibt – allein der Sicherung einer ordnungsgemäßen Durchführung des Strafverfahrens bis zur Rechtskraft des späteren Urteils. Anders als bei der Strafhaft steht die Schuld des Täters gerade noch nicht fest – es gilt die Unschuldsvermutung. Aus diesem Grunde dürfen die in diesem Zusammenhang angeordneten Maßnahmen auch keinen Sanktionscharakter haben. Der Untersuchungsgefangene genießt daher im Rahmen der Haft – so seltsam es auch klingen mag – bedeutend mehr „Freiheiten“ und Rechte als der Strafgefangene, dessen Schuld bereits gerichtlich festgestellt wurde.

 

Wann darf Untersuchungshaft angeordnet werden?

Ein Haftbefehl darf ergehen, wenn ein dringender Tatverdacht vorliegt, ein Haftgrund besteht und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt ist. Die Untersuchungshaft wird durch den Richter angeordnet.

 

Dringender Tatverdacht ist gegeben, wenn nach dem Stand der Ermittlungen eine große Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Beschuldigte Täter oder Teilnehmer einer Straftat ist.

 

Es gibt folgende Haftgründe:

  • Flucht oder Fluchtgefahr
  • Verdunklungsgefahr
  • Wiederholungsgefahr
  • Tatverdacht bezüglich eines Kapitaldeliktes

Von Flucht ist die Rede, wenn der Beschuldigte sich bereits „aus dem Staub gemacht hat“ oder sich verborgen hält.

 

Fluchtgefahr liegt hingegen vor, wenn es wahrscheinlicher erscheint, dass der Beschuldigte sich dem Verfahren entziehen wird, als dass er sich diesem stellen wird. Hierfür kann eine Rolle spielen

  • Die Höhe der zu erwartenden Strafe, auch in Verbindung mit drohendem Widerruf einer Strafaussetzung zur Bewährung
  • Die Person des Beschuldigten, Vorstrafen, Unterhalten von Beziehungen ins Ausland, gute Fremdsprachenkenntnisse
  • Gefestigte soziale Bindungen in Deutschland, wie Familie Kinder, fester Arbeitsplatz sprechen eher gegen die Annahme einer Fluchtgefahr

Verdunklungsgefahr ist gegeben, wenn konkrete Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Beschuldigte Beweismittel vernichtet, verändert, beiseiteschafft, unterdrückt oder fälscht, oder auf Mitbeschuldigte, Zeugen oder Sachverständige in unlauterer Weise einwirkt, oder andere zu solchem Verhalten veranlasst.

 

Vollstreckung der Untersuchungshaft/Pflichtverteidigung

 

Wird die Untersuchungshaft gegen jemanden vollstreckt, liegt zudem ein Fall der notwendigen Verteidigung vor. Dem Beschuldigten, der noch keinen Wahlverteidiger hat, ist in diesen Fällen zwingend ein Pflichtverteidiger beizuordnen.

 

Hierbei steht es dem Beschuldigten grundsätzlich frei, einen Verteidiger seiner Wahl binnen einer
kurzen Frist zu benennen. Von diesem Recht sollte der Beschuldigte in jedem Fall Gebrauch machen, da ihm ansonsten von Seiten des Gerichts ein Pflichtverteidiger „über seinen Kopf hinweg“ beigeordnet werden wird.

 

Auf Anfrage können Sie mich gerne auch als Pflichtverteidigerin benennen. Kontaktieren Sie mich zu diesem Zweck jederzeit auch außerhalb der Geschäftszeiten unter der Notfallrufnummer:  0176-64977502



 

 Rechtsanwältin und Strafverteidigerin Lina Anna Schuster vertritt Sie u.a. bei:

 

  • Vermögensdelikten (zB. Betrug, Computerbetrug, Erpressung, Räuberische Erpressung, Versicherungsmissbrauch, Erschleichen von Leistungen)
  • Eigentumsdelikten (zB. Diebstahl, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchdiebstahl, Räuberischer Diebstahl, Raub, Unterschlagung)
  • Urkundendelikten (zB. Urkundenfälschung, Urkundenunterdrückung)
  • Brandstiftungsdelikten (zB Brandstiftung, Schwere Brandstiftung)
  • Körperverletzungsdelikten (zB. Körperverletzung, Fahrlässige Körperverletzung, Gefährliche Körperverletzung, Schwere Körperverletzung)
  • Tötungsdelikten (zB. Mord, Totschlag, Fahrlässige Tötung, Körperverlezung mit Todesfolge)
  • Sexualdelikten (zB. Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Sexueller Missbrauch)
  • Drogendelikten (Verstöße gegen das BtmG)
  • Straßenverkehrsdelikten (z.B Straßeverkehrsgefährdung, Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer, Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Trunkenheit im Verkehr)
  • Aussagedelikten (zB Falsche uneidliche Aussage, Meineid)
  • Amtsdelikten (zB. Körperverleztung im Amt, Strafvereitelung im Amt)
  • Beleidigungsdelikten (z.B. Beleidigung, Üble Nachrede, Verleumdung)

 

In Fällen der notwendigen Verteidigung werde ich auch als Pflichtverteidigerin für Sie tätig.

 

Sollten Sie selber Opfer einer Straftat geworden sein, vertrete ich Sie gerne im Rahmen der Nebenklage.

Als Strafverteidigerin und Pflichtverteidigerin für Sie tätig im gesamten Ruhrgebiet, insbesondere in den Städten Essen, Bochum, Bottrop, Dortmund, Duisburg, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hattingen, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, aber auch darüber hinaus, zB. in den Städten Bonn, Düsseldorf, Kleve, Köln, Münster, Wuppertal u.a.

 

LINA ANNA SCHUSTER

Rechtsanwältin.

Fachanwältin für Strafrecht

Hufelandstraße 1, 45147 Essen

 

Bürozeiten

Mo-Do. 10:00 Uhr bis 13.00 Uhr und

14:00 Uhr bis 17.00 Uhr

Fr. 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr

 

T  0201 / 55 87 43 44

0201 / 55 87 43 45

M 0176 / 64 97 75 02

E info@rain-linaschuster.de

 

 

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© Lina Anna Schuster Rechtsanwältin und Fachanwältin für Strafrecht